Rolf Lamprecht: Das Bundesverfassungsgericht. Geschichte und Entwicklung. Bonn 2011.

Der Titel des Buchs ist wirklich abschreckend. Zu Befürchten ist ein Band über die institutionelle Einbettung des Bundesverfasssungsgerichts in das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Der Untertitel weist aber schon den richtigen Weg: Geschichte und Geschichten spielen hier eine große Rolle und hauchen dem instituionellen Gerippe Leben ein. Es wird deutlich: Urteile des Bundesverfassungsgerichts spiegeln Wegmarken der Geschichte Deutschlands wider, illustrieren den gesellschaftlichen Wandel und machen auch einen Fortschritt der Gesellschaft in Hinblick auf Toleranz und mehr Demokratie deutlich.

Gegliedert ist das Buch durch die verschiedenen Präsidentschaften des Bundesverfassungsgerichts. Dies ist zugleich der eine Teil der Geschichte und Geschichten: die jeweiligen Präsidenten werden mit ihren Eigenheiten und manchmal Marotten beschrieben – und es wird klar, dass diese Präsidenten wirklich Persönlichkeiten sind: An eine solche Position kommt man nicht ohne. Der andere Teil der Geschichten besteht aus den bedeutenden Urteilen, deren wichtigste nicht die einfachsten waren, die aber auch jenseits aller Sachlichkeit aus gesellschaftlichen Trends und manchmal aus persönlichen Machtspielen resultieren.

Für dieses Buch kann ich nur werben: Es liest sich spannend und unkompliziert. Wo der eine nostalgisch wird erwachsen dem anderen neue geschichtliche Erkenntnisse.

Warum nicht mal ein Buch von der Bundeszentrale für politische Bildung unter den Weihnachtsbaum?!

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